Wenn sogar unsere Mythologie-Nerds an ihre Grenzen kommen, muss Troja ganz schön in Not sein:
Christa Wolfs »Kassandra« von 1983 erzählt die Geschichte des Trojanischen Krieges aus der Perspektive der Seherin, der niemand glaubte. Positiv ausgedrückt ist Wolfs Erzählung das Paradebeispiel eines nahbaren Bewusstseinsstroms (»Stream of Consciousness«) voller eindrücklicher Bilder, verstörender Gewissheit, allgegenwärtiger Bedrohung und einer (weiblichen!) Sicht von unendlichen Zusammenhängen. Negativ ausgedrückt lesen wir 160 Seiten mythologisches Name-Dropping ohne jeglichen roten Faden, Kohärenz, zeitliche Orientierung, Erklärungen oder auch nur einen einzigen zu Ende geführten Handlungsstrang.
Also Geschmackssache?
Kommt mit, wenn wir mit euch Troja aufräumen und mit Kassandra, Aeneas, Odysseus, Achilles (DAS VIEH!) und Iphigenies Papa zum Ida-Berg pilgern. Legt das Mythologie-Lexikon parat!
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Der in der Folge erwähnte wissenschaftliche Aufsatz von Rolf von den Hoff über die Darstellung des Achill in griechischen Originalquellen im Vergleich zu dessen Darstellung als »das Vieh« bei Christa Wolf auf dem Server der Uni Heidelberg:
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